IAVI und CureVac gehen Partnerschaft zur beschleunigten Entwicklung und Prüfung von Impfstoffen gegen AIDS ein

NEW YORK, USA, und TÜBINGEN, Deutschland, 10. September 2015 – Die gemeinnützige International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) und das biopharmazeutische Unternehmen CureVac gehen eine Partnerschaft zur Beschleunigung der Entwicklung von AIDS-Impfstoffen ein. Dabei sollen neuartige, von IAVI und ihren Partnern entwickelte Immunogene durch die innovative mRNA-Technologie von CureVac rasch in die klinische Entwicklung gebracht werden.
Das Hüllprotein von HIV ist das primäre Ziel für Antikörper, die ein breites Spektrum von Virusstämmen neutralisieren können. Die Bildung solcher Antikörper gilt als Voraussetzung für einen effektiven und breit anwendbaren Impfstoff gegen AIDS. In dieser Hinsicht war die vor kurzem gelungene Konstruktion von Immunogenen, die die natürliche Form des Hüllproteins als "Trimer" nachbilden, ein großer Durchbruch. Denn nur gegen das natürliche Hüllprotein werden die gewünschten Antikörper gebildet.
In der Zusammenarbeit wird zunächst ein HIV-Trimer-Konstrukt von IAVI für die klinische Prüfung ausgewählt. Dazu wird mRNA, die das gewählte Trimer-Konstrukt kodiert, mit Hilfe der RNActive®-Technologie von CureVac konstruiert und den Probanden injiziert, um den Körper zur Bildung von HIV-Trimer-Proteinen anzuregen. Diese sollen anschließend zur Bildung spezifischer neutralisierender Antikörper führen. Bislang beruhten die meisten Impfstoffkandidaten gegen AIDS auf DNA, Virusvektoren oder Proteinen. Die Verwendung von mRNA könnte die Entwicklung und Prüfung von Impfstoffen gegen AIDS beschleunigen, weil z.B. eine aufwendige und teure Herstellung von Proteinen außerhalb des menschlichen Körpers mehr nicht notwendig ist.
„Diese Zusammenarbeit eröffnet völlig neue Möglichkeiten“, so Wayne Koff, Forschungsleiter der IAVI. „Die Entwicklung von Impfstoffen, die neutralisierende Antikörper gegen HIV induzieren können, hat sowohl für IAVI als auch für viele andere Wissenschaftler oberste Priorität. Am Neutralizing Antibody Center der IAVI am Scripps-Forschungsinstitut und an anderen Instituten wurden mehrere neuartige Immunogene entwickelt, die in der Lage sein könnten, die Bildung genau solcher Antikörper anzuregen. Wir hoffen, dass wir durch die Verwendung von mRNA diese Immunogene vergleichsweise rasch entwickeln und testen können und damit Zeit und Geld sparen.“
„IAVI ist für uns der ideale Partner, um innovative HIV-Impfstoffkandidaten am Menschen zu prüfen“, erklärt Dr. Ingmar Hoerr, Mitgründer und Geschäftsführer von CureVac. „Das bei IAVI vorhandene Fachwissen über die Entwicklung von AIDS-Impfstoffen sowie das Netzwerk der IAVI und ihre Erfahrungen in den USA, Europa, Afrika und Indien sind für uns eine große Bereicherung, und wir sind überzeugt, auf der Grundlage unserer RNActive®-Technologie die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs beschleunigen zu können.“
CureVac ist Pionier in der Verwendung von natürlicher und chemisch unmodifizierter mRNA als „Datenträger“, auf dem Informationen für die Bildung von Proteinen codiert werden, durch die der Körper zur Abwehr eines breiten Spektrums von Krankheiten angeregt werden kann. Die mRNA-basierten Impfstoffe von CureVac sind außerdem thermostabil, wodurch die Notwendigkeit einer Kühlkette bei Lagerung und Transport entfällt. Dies bedeutet einen großen Vorteil für die Impfstoffversorgung in Entwicklungsländern.
Die Vertragsbedingungen sehen vor, dass IAVI mehrere stabilisierte HIV-Trimer-Sequenzen zur Verfügung stellt, die von CureVac in die eigene RNActive® -Technologie überführt und für die präklinische und klinische Entwicklung eines HIV-Impfstoffs verwendet werden. Die Partner arbeiten mit den Gesundheitsbehörden in den USA, Deutschland und Afrika zusammen. Entsprechende klinische Studien sollen 2016 beginnen.

Pressemeldung als PDF herunterladen