Medizinische Wirkstoffe auf Basis von Messenger-RNA erhalten eigenes Namenssuffix durch WHO

TÜBINGEN, 18. Februar 2016 – Die CureVac AG, ein biopharmazeutisches Unternehmen, das Pionierarbeit im Bereich mRNA-basierter Wirkstoffe leistet und dazu bereits mehrere klinische Studien durchführt, gab heute bekannt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) „MERAN” als Suffix für Impfstoffe genehmigt hat, die auf Messenger-RNA basieren.

Der Antrag für eine neue Substanzklasse wurde von CureVac in Verbindung mit der klinischen Entwicklung eines prophylaktischen Impfstoffs gegen Tollwut eingereicht. Es handelt sich dabei um das weltweit erste prophylaktische Vakzin auf Basis von mRNA, das in der Klinik getestet wird. CureVac konnte der WHO gegenüber belegen, dass alle mRNA-Impfstoffe in CureVacs Pipeline zur gleichen Klasse gehören und somit eine neue Gruppe von pharmakologisch verwandten Substanzen darstellen. Damit ist die Voraussetzung für die Einführung einer neuen Nomenklatur gegeben.

Dr. Ingmar Hoerr, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von CureVac, sagte: „Einen eigenen Namen für diese neuartige Klasse von Medikamenten zu etablieren, ist für die gesamte mRNA-Industrie ein toller Erfolg. Es spiegelt klar den Fortschritt in der Entwicklung dieser Technologie wider, die großes Potenzial für vielfältige Behandlungsindikationen zeigt.“

CureVac ist das erste Unternehmen, das erfolgreich einen Internationalen Freinamen (International Nonproprietary Name, INN) für mRNA-Wirkstoffe beantragt hat.

Über Internationale Freinamen (INN)
Internationale Freinamen (INN, Abkürzung vom englischen International Nonproprietary Name) oder auch generische Namen ermöglichen die klare Identifikation von Arzneimittelwirkstoffen. Jeder INN ist ein einzigartiger Name, der weltweit anerkannt und öffentliches Eigentum ist. Zweck dieser Namen ist es, Apotheker und Ärzte auf der ganzen Welt über die enthaltenen Wirkstoffe eines Präparates zu informieren. Mit der Festlegung der Nomenklatur aus Präfix, Infix und Suffix eines INN lässt sich die Indikation und das Wirkprinzip eines jeden Präparates eindeutig bestimmen.

Über mRNA-Wirkstoffe
Wirkstoffe auf Basis des Botenmoleküls Messenger-RNA (mRNA) funktionieren stets nach demselben körpereigenen Prinzip. Auf dem „Datenträger“ mRNA werden spezifische Informationen gespeichert, die der Körper – die „Hardware“ – abliest, um damit sein eigenes maßgeschneidertes Protein als Medizin herzustellen. So kann der Körper zur prophylaktischen oder therapeutischen Abwehr eines breiten Spektrums von Krankheiten angeregt werden. Aktuelle Forschungs- und Entwicklungsfelder sind z.B. prophylaktische Impfstoffe, Krebsimmuntherapien und Proteinersatztherapien.

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